Über Kickboxen
Was ist Kickboxen?
Kickboxen ist ein aus unterschiedlichen traditionellen Kampfkünsten entwickelter Wettkampfsport.
Beine (Kicken) und Fäuste (Boxen) setzt man in einer Vielzahl von Kombinationen und taktischen Manövern in einem fairen sportlichen Zweikampf ein, um die Gegnerin bzw. den Gegner zu treffen, ohne selbst getroffen zu werden. Eine hochwertige Schutzausrüstung und ein strenges Reglement schützen die Gesundheit und Sicherheit der Athlet:innen. Gelenkigkeit und Körperbeherrschung werden als Voraussetzung zum Erlernen der Techniken ebenso trainiert wie Kondition, Kraft, Reaktion und Kombinationsfähigkeit.

Regionaler Verband

Nationaler Verband

Weltverband
Geschichte
Internationale Entwicklung
Kickboxen hat seine Wurzeln in den 1970er-Jahren, als verschiedene Kampfsportarten wie Karate, Taekwondo, Kung Fu, Savate und westliches Boxen zu einer modernen Wettkampfsportart kombiniert wurden.
1974 entstand der internationale Kickboxsport, der zunächst unter Namen wie „All Style Karate“ oder „Contact Karate“ bekannt war. Mit der Gründung der WAKO (World Association of Kickboxing Organizations) wurden erstmals einheitliche Regeln geschaffen und der Grundstein für den heutigen Kickboxsport gelegt. Zu den Pionieren dieser Zeit zählen unter anderem Joe Lewis, Mike Stone und Bill Wallace.
Nationale Entwicklung
Auch in Österreich begann die Entwicklung des Kickboxens in den 1970er-Jahren. Während im traditionellen Karate kontaktlose Wettkämpfe im Vordergrund standen, wollten viele Sportler:innen neue Wettkampfformen mit kontrolliertem Körperkontakt ausüben. Daraus entstand eine eigenständige Bewegung, die schließlich zur Gründung eines neuen Verbandes führte.
Am 30. Jänner 1976 wurde die Austrian Karate Association (AKA) gegründet – der Vorläufer des heutigen Österreichischen Bundesfachverbandes für Kick- und Thaiboxen (ÖBFK). Noch im selben Jahr fanden in Wien die ersten österreichischen Meisterschaften im „All Style Karate“ statt. 1981 wurde der Begriff „Kickboxen“ offiziell eingeführt.
Disziplinen im Sport
In den folgenden Jahren entstanden in ganz Österreich Landesverbände, wodurch sich der Sport rasch etablierte. Mit der offiziellen Anerkennung durch die Bundessportorganisation und der Aufnahme in den Österreichischen Amateurboxverband entwickelte sich Kickboxen zu einer anerkannten und professionell organisierten Sportart.
Anfangs wurde ausschließlich in den Disziplinen Vollkontakt und Semikontakt gekämpft. Später kamen Leichtkontakt sowie weitere Ring- und Tatami-Disziplinen hinzu. Sicherheit und sportwissenschaftliche Ausbildung standen dabei von Beginn an im Mittelpunkt.
Heute
Heute zählt Kickboxen zu den erfolgreichsten Kampfsportarten Österreichs. Seit 2007 gehört auch Thaiboxen (Muay Thai) offiziell zum Verband. Durch internationale Erfolge, moderne Trainingsmethoden und eine starke Nachwuchsarbeit entwickelt sich der österreichische Kickboxsport kontinuierlich weiter.
Disziplinen
Tatami-Disziplinen
Pointfighting
Der Stil erinnert noch am ehesten an die traditionellen asiatischen Kampfsportarten, wird auf einer Matte (Tatami) ausgetragen und nach jedem korrekten Treffer kurz unterbrochen. Jeder Treffer wird während dieser kurzen Unterbrechung von drei Kampfrichtern bewertet. Sieg oder Niederlage werden durch die Punktewertung ermittelt.
Leichtkontakt
Beim Leichtkontakt wird nicht nach jedem Treffer unterbrochen, sondern weitergekämpft. Das Ziel ist es, mehr Treffer als der Gegner zu erzielen. Hier spielen Technik und Tatik eine wichtige Rolle, da diese einen zusätzlichen Punkt einbringen können. Die Kondition und Technik sind im Leichtkontakt generell sehr anspruchsvoll. Es wird meist auf einer Matte gekämpft und das Tragen von Schutzausrüstung ist Pflicht.
Kick-Light
Kick-Light ist ein sehr junger Stil des Kickboxens. Im Gegensatz zu den vorherigen Stilen, bei denen Trefferzonen nur über der Gürtellinie und dem Beinfeger am unteren Fußschutz liegen, kann man beim Kick-Light auch Low-Kicks zum Oberschenkel mit dem Fußrist durchführen.
Ring-Disziplinen
Vollkontakt
In den Vollkontaktdisziplinen zählen neben den Punktewertungen auch Wirkungstreffer und somit auch ein K.O.-Schlag. Jene Disziplinen werden im Ring ausgetragen und Trefferzonen befinden sich wiederum nur über Gürtellinie und Beinfeger.
Lowkick & K1
In der Lowkick-Variante sind, wie schon der Name sagt, auch Low-kicks mit dem Schienbein erlaubt. Im K1-Stil kommen dann auch die Knietechniken hinzu.
Alle Stile werden mit entsprechender Schutzausrüstung ausgetragen.
Gürtelsystem
Im Gegensatz zum Thaiboxen kann man beim Kickboxen, ähnlich wie bei Karate oder Judo, Grade erreichen, die durch einen farbigen Gurt gekennzeichnet sind. Begonnen beim weißen Gurt kann man durch Prüfungen weitere Gurte erreichen.
Reihenfolge der Gurte
Gelb (7. Kyu): Erste Fortschritte, Grundtechniken.
Orange (6. Kyu): Tiefere Kenntnis, gesteigerte Kampftechnik.
Grün (5. Kyu): Festigung der Kombinationen.
Blau (4. Kyu): Fortgeschrittene Techniken.
Violett (3. Kyu): Sprungtechniken.
Hell-Braun (2. Kyu): Techniken als Trainer:in zeigen und erklären.
Dunkel-Braun (1. Kyu): Vorstufe zum Meistergrad.
Schwarz (1. Dan+): Meistergrad, 1. Dan und höher.
Es gibt aber Unterschiede zwischen Kinder- (oft Zwischengurte) und Erwachsenengraden. Man kann bestimmte Gurte erst ab einem höheren Alter erreichen, der Schwarzgurt erfordert zum Beispiel das Mindestalter von 18 Jahren.




